Boni-Deckel für alle kommt ab 2017!?


Die europäische Bankenaufsicht EBA teilte diesen Montag mit, dass 2017 der Boni-Deckel für alle Banken kommen soll. Ganz stimmt das allerdings nicht! Es sind nämlich inzwischen Ausnahmen für kleine Banken vorgesehen. Darunter werden in Deutschland wohl die meisten Sparkassen und Volksbanken fallen. Wir haben zusammengefasst, was genau sich ändert und wo es Ausnahmen geben wird.

Bei Boni denkt der Laie erstmal an dicke Manager die Millionen scheffeln, dabei sind variablen Zusatzleistungen, in der Banker-Realität, ein ganz üblicher Gehaltsanteil. Dann heißen diese manchmal auch nicht Boni, sondern zum Beispiel verantwortungsabhängige Zulagen. Der europäischen Bankenaufsicht EBA gefallen solche Sonderzahlungen aber gar nicht. Sie will ab Januar 2017 den Boni-Deckel nun endgültig für alle. 

Was bisher geschah..

Die Zahlung von übermäßigen Boni wurde weltweit als einer der Mitverursacher der Banken-Krise ausfindig gemacht. Durch das finanziell sehr lukrative Belohnen von kurzfristigen Unternehmensgewinnen, wurden in der Vergangenheit viele Banker und Manager zu übertrieben risikofreudigem Handeln animiert.

Reaktion auf diese Erkenntnis war, dass ab dem Jahr 2009, international erste Regulationen, zum Thema variable Vergütung in der Bankenbranche, verabschiedet wurden. Seit letztem Jahr dürfen Banker nun auch maximal das Doppelte ihres Fixgehaltes als variable Vergütung aka. Bonus verbuchen. 

Die neue Richtlinie für die Vergütung in der Bankenbranche 

Die neue Richtlinie zur Vergütung in der Bankenbranche soll, nach Meinung der EBA, nun wirkliche alle Zusatzleistungen dem sogenannten Bonusdeckel unterwerfen. Die EBA will das sicherstellen, indem grundsätzlich nur noch unter variablen und festen Einkommensformen unterschieden werden kann. Alle variablen Einkommensarten unterfallen dann direkt dem Bonusdeckel.

Zudem kann ein Teil der Boni dann nicht mehr direkt ausgezahlt werden. Vielmehr muss sich ein Teil der Auszahlung dann über mehrere Jahre verteilen und unter Umständen auch in Form von Unternehmensanteilen von statten gehen. 

Und wo gibt es nun Ausnahmen?

Ausnahmen sind seit neusten für kleine Banken vorgesehen. Besonders betroffen sind davon deutsche Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Bei ihnen kann die Auszahlung eines Bonus im Rahmen einer Verhältnismäßigkeitsprüfung modifiziert werden. Das heißt zum Beispiel, dass Sparkassen, die durch Kommunen getragen werden, nicht zur Vergütung im Rahmen von Unternehmensanteilen gezwungen werden können. Da in den kleinen Banken die Boni aber in der Regel sowieso eher gering ausfallen, ist ein weiter Anwendungsrahmen für diese Ausnahme nicht ersichtlich.