Fusionen von Sparkassen und Volksbanken! Ein neuer Trend?


 

Seit einigen Monaten ist in der Bankenbranche ein neuer Trend zu beobachten: Die Fusion. Normalerweise gibt es davon jährlich nur ein paar wenige, doch neue Zeiten fordern nach neuen Mittel. Aber warum scheint auf einmal Fusion das Mittel gegen alle Probleme zu sein? Und hat das Auswirkungen für die Bank-Mitarbeiter?

Fusionen über Fusionen sind, für aufmerksame Beobachter, gerade in der Bankenbranche zu verzeichnen. Besonders freudig am fusionieren sind die kleineren regionalen Banken, also bevorzugt Sparkassen und Volksbanken. So schätzt der Dachverband der Genossenschaftsbanken (BVR), nach Angeben der Süddeutschen Zeitung, im Jahr 2015 bereits stolze 30 bis 40 Fusionen verbuchen zu können. Wir haben uns gefragt, warum das so ist und was das für Sie als Bank-Mitarbeiter heißen kann.

Wo liegt das Problem der Banken?

Volksbanken und Sparkassen leiden aktuell besonders unter der niedrigen Zinspolitik. Die typischen Sparbuch- und Bausparvertrag-Anbieter fahren kaum noch Gewinne ein.  Da viele lukrative Langzeitgeschäfte der Banken nun auch noch bald auslaufen, ist ein Zuspitzen der Lage, nur noch eine Frage der Zeit. Dass die Zinsen bald wieder steigen und sich die brisante Lage von alleine auflöst, ist hingegen nicht absehbar. 

Auch die immer höheren Regulierungsanforderungen sind besonders für kleine Institute eine riesige Belastung. Beides zehrt seit Jahren an den Kräften vieler kleiner Institute. 

Die zunehmende Digitalisierung des Bank-Geschäftes treibt die kleinen Lokalanbieter zu allem Übel auch noch an ihre Grenzen. Immer weniger Kunden erledigen ihre Geschäfte am Bankschalter. Besonders die stark ausgeprägten Filialnetze der Sparkassen und Genossenschaftsbanken scheinen hier veraltet und sind nur noch wenig lukrativ. 

Aktuell haben nur vereinzelte Banken, wie die Sparkasse Dinslaken, schon mit existentiellen Engpässen zu kämpfen. Diese musste kürzlich durch eine Notfusion, mithilfe von 20 Millionen € Kapitalzuschuss durch die Trägergemeinden, gerettet werden. Einer solchen kostspieligen Notfusion wollen viele Sparkassen und Volksbanken nun mit bewussten Fusionen, in Zeiten der (noch vorhandenen) Stärke, zuvorkommen.

Warum also jetzt eine Fusion bei Banken?

Die Tendenz der kleinen Banken zu fusionieren, basiert auf einer einfachen Rechnung: Zusammen ist man Stärker! Diese Rechnung geht auch in vielerlei Hinsicht auf: So steigen bei einer Fusion durchaus die finanziellen Mittel und das know-how. Auch der Verwaltungsaufwand kann nach erfolgreicher Fusion zusammengelegt und damit langfristig verringert werden.

Bezüglich der steigenden staatlichen Regulierungsanforderungen und den Herausforderungen der Digitalisierung kann sich eine Fusion also wirklich lohnen. Ob damit hingegen die Probleme der niedrigen Zinspolitik bekämpft werden können, ist zu bezweifeln.

Und was heißt das nun für Bank-Mitarbeiter?

Der Trend lässt vermuten, dass sich das Netz der Sparkassen- und Volksbanken bis 2035 in etwa halbieren wird. Für Kunden hat das in der Regel zunächst maximal eine andere Bankleitzahl als Folge. Für Mitarbeiter hingegen kann es brenzlich werden. Gerade in ländlichen Gebieten muss auch mit der Schließung von Filialen gerechnet werden. Aktuell versuchen viele Banken sich deshalb in neuen Ideen, wie das Bargeld-Abheben beim Einzelhändler Vorort oder der Einsatz mobiler Bankberater. Auf lange Sicht stehen aber dann gewisse Stellenstreichungen wohl auf der Tagesordnung.