Die Bank und der Kunde

Die Stiftung Warentest und die Deutsche Kreditwirtschaft haben Bankberater getestet. Zwei unabhängige Studien, deren Ergebnisse brutal sind.

Fazit: Auf den Bankberater ist nur wenig Verlass!

 

Richtigerweise geben beide Studien jedoch nicht den Mitarbeitern die Schuld. Diese seien in der Regel an schlechte und zu risikoreiche Finanzprodukte gebunden.

 

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Die Stiftung Warentest hat in den letzten Monaten deutsche Bankberater unter die Lupe genommen. Dabei lässt das Ergebnis ihrer Studie Böses erahnen. Die Bankberater hätten in Summe zwar die Kunden gut einschätzen können, es wären aber trotzdem die falschen Produkte empfohlen worden.

Der Hauptgrund dafür wird in dem immer größer werdenden Druck in der Bankenbranche gesehen. Gerade vor dem Hintergrund flächendeckender Filialschließungen, seien die Kundenberater dazu angehalten, besonders viel "Umsatz" zu machen. Dass dadurch regelmäßig zu risikohaltige Finanzpakete empfohlen wurden, scheint nur logische Folge.

Auch eine zeitgleich erstellte Studie der DKI mit der €uro am Sonntag kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Hauptproblem sei regelmäßig, dass Kunden mit niedriger Risikobereitschaft unpassende Anlageprodukte empfohlen werden. Dabei scheint auch nach dieser Studie nicht eine Fehleinschätzung der Berater selbst das Problem zu sein. 

Die Studie der DKI kam dabei zu dem Ergebnis, dass fast 95% aller Empfehlungen nicht für den Kunden geeignet gewesen seien.

Spannend ist, dass beide Studien nicht den Beratern die Schuld für das Versagen geben. Vielmehr kommen die Studien gleichermaßen zu dem Ergebnis, dass der Druck "von oben kommt". 

Laut DKI hätten die Berater dieses Jahr mehr auf Risiken hingewiesen und gaben sich insgesamt mehr Mühe als in den letzten Jahren. Dies sei als begrüßenswert zu bewerten.

Jedoch sei während der Studie oft im Erstgespräch schon auf einen direkten Vertragsschluss gedrängt worden. Dies lasse erkennen, unter welchem Druck die Mitarbeiter stünden.

Die Stiftung Warentest bewertete nur drei Instituten mit der Note "gut" Die Hannoversche Volksbank sowie die HypoVereinsbank hingegen fielen sogar durch.

Die Hannoversche Volksbank verteidigte in einer Reaktion ihre Berater, und schob das schlechte Abschneiden auf die Art des Testes. Die Berater hätten sich im Übrigen nur an den geltenden internen Richtlinien orientiert. Ob diese Mitteilung geeignet ist, die Verbraucher zu beruhigen, darf bezweifelt werden. Immerhin kündigte der Privatkunden-Vorstand nun Verbesserungen zum Thema "Risikobereitschaft" an.