Sparkassen Klüngelei

Klüngeleien bei Sparkassen rücken aktuell mehr und mehr in die Öffentlichkeit. Grund dafür sind engagierte Politiker und Bürger, die aufklären wie nie zuvor. Und was dabei zu Tage tritt, ist oft mehr als erschreckend. 

Von günstigen Krediten zu Wahlkampfzeiten bis hin zur geplanten Minimal-Ausschüttung für die Gemeinde ist alles mit dabei! 

 

Eine Übersicht wo der Schuh drückt und, wo Änderungen in Sicht sind...

Dass Sparkassen und Kommunen zumeist eng verknüpft sind, ist allgemein bekannt. Immerhin dienen die Sparkassen ja auch der Sicherstellung von Finanzdienstleistungen in den jeweiligen Kommunen. Wie eng dieses Band allerdings tatsächlich ist, wird aktuell immer deutlicher. 

Grund dafür sind engagierte Bürger wie Reiner Gottwald aus Landsberg. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die bayerischen Sparkassen auf den Prüfstand zu stellen. Dabei ist er aktuell sehr gefragt bei den Kommunen. Er hat nämlich zusätzlich ausgerechnet, was die Sparkassen diesen hätten ausschütten müssen. Die Summe übersteigt dabei die tatsächlichen Ausschüttungen um mehr als das Zehnfache. 

Aber auch kritische Pressearbeit befasst sich mehr und mehr mit den Geldinstituten. Bereits im November berichteten wir über die Initiative der F.A.Z. und des CORRECT!V Recherchenzentrums. 

Beide haben sich auf die Fahne geschrieben, mehr über die Zustände in Deutschen Sparkassen in Erfahrung zu bringen. Problem hierbei ist jedoch, dass es keine öffentlich zugängliche Gesamtübersicht zum deutschen Sparkassenverband gibt. 

Die Initiative ruft deshalb Bürger dazu auf, Daten ihrer Sparkasse in das System einzuspeisen und erhofft dadurch ein umfassendes Bild zu erlangen. Und auch hier sind die Ergebnisse erschütternd. Besonders die Spitzengehälter der Sparkassenvorstände zeigen immer wieder Erschreckendes auf. 

Auch einzelne Politiker wehren sich gegen das System Sparkasse. So hat der Düsseldorfer Oberbürgermeister der ansässigen Sparkasse nun den Kampf erklärt. Problem ist hier zumeist jedoch die fehlende Aufklärung von Lokalpolitikern. Gewehrt wird sich nur selten. 

In der Regel wird dieses Stillhalten dann mit seltsamen Symbiosen zwischen Politikern und Sparkassenvorständen entlohnt. Kredite werden hier regelmäßig zu Mitarbeiterkonditionen vergeben. Egal ob es um die Finanzierung des aktuellen Wahlkampfes oder des neuen Eigenheims geht. Spitzenreiter in dieser Disziplin war nach Gottwald übrigens die Sparkasse Cham. Diese hat es auf eine stolze Kreditsumme von 20 Millionen an Verwaltungsratsmitglieder geschafft. 

Für die Zukunft kann nur gehofft werden, dass sich Sparkassen durch den steigenden öffentlichen und wirtschaftlichen Druck endlich einer Reform unterziehen.