Commerzbank: Das neue, alte Gesicht

Nach langem Hin und Her ist es soweit: Die Commerzbank hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Das Rennen hat am Ende jemand aus den eigenen Reihen für sich entschieden: Martin Zielke.

 

Dieser sitzt schon seit längerem im Vorstand, wurde aber lange Zeit nicht gerade als Favorit für den Vorstandsvorsitz gehandelt. Jetzt hat er es doch geschafft!

 

Ein Überblick für die Gründe dafür, alles was Sie sonst noch über den Neuen an der Spitze wissen müssen und was es sonst für Änderungen im Vorstand gibt, haben wir für Sie zusammengefasst. 

Die Commerzbank hat sich die Entscheidung über ihren neuen Vorstandsvorsitzenden nicht leicht gemacht. Lange sah es nach einem externen Kandidaten aus. Besonders gerne hätte man eine Frau an der Spitze des zweitgrößten Geldinstitutes Deutschlands gesehen. Eine passende Kandidatin zu finden war jedoch schwieriger als gedacht. Auch andere männliche externe Kandidaten konnten letztlich nicht voll überzeugen, so der Vorstand. Kurz vor der Vorstandsversammlung wurde dann klar: Es läuft auf einen internen Kandidaten heraus.

Zunächst war  Martin Zielke jedoch auch hier nicht Favorit, sondern der Leiter der Mittelstandssparte Martin Beumer. Die Mittelstandssparte war und ist der lukrativste Teil der Bank, jedoch zog Zielke mit seinem Privatkundengeschäft in den letzten Jahren überraschend nach. Obwohl die Branche insgesamt beim Privatkundengeschäft einbüßen musste, schaffte es Zielke, nach eigenen Angaben, seit 2012 800 000 neue Kunden zu gewinnen. Auch dies führte dazu, dass die Bank das erste Mal seit Jahren, wieder einen Milliardengewinn verzeichnen kann. 

Nun scheint der Vorstand die gute Arbeit von Zielke zu würdigen. Mit der Wahl setzt die Commerzbank zudem ein Zeichen in puncto Bescheidenheit und Bodenständigkeit. Zielke ist seit 14 Jahren im Betrieb und nicht auf internationale Luftsprünge aus. Diese hatten die Bank im Rahmen der Finanzkrise an den Rande des Zusammenbruches geführt. Vielmehr scheint die Bank nach wie vor lediglich zurück in die "Normalität" zu wollen. Nach der staatlichen Milliarden-Rettung hat der Bund noch immer 15% an dem Unternehmen inne. Auch das Image der Bank leidet nach wie vor unter alten Fehler. Es bleibt zu hoffen, dass Zielke die erfolgreichen Anfänge, die Blessing in den letzten Jahren gegangen ist, zu Ende führen kann. 

Zielkes Platz als Privatkunden-Vorstand übernimmt nun übrigens ComDirect Chef Michael Mandel, der mit Zielke zusammen das Privatkundengeschäft auf Vordermann gebracht hatte.

Aber auch eine Frau soll bald in den Vorstand kommen. Bettina Orlopp wird das neu geschaffenen Resort "Recht, Personal und Compliance" übernehmen. Wann das genau passiert ist noch unklar, da noch das o. k. der Bankenaufsicht aussteht. 

Ob die Bank es unter Zielke schaffen wird, ihre Gewinne weiter auszufahren, steht zwar noch in den Sternen, diese stehen aber gut. Dass der neue Vorstandsvorsitzende dabei etwas in sich gekehrter als sein Vorgänger ist, kann wohl auch nur als positives Zeichen gewertet werden.